Reinterpreting Hagar’s Story
Abstract
Der Beitrag untersucht die Ebenen der Herrschaft innerhalb des biblischen, patriarchalischen Systems, an dem Hagar als Sklavin, Frau und Ausländerin leidet. Aus der Perspektive postkolonialer feministischer Kritik symbolisiert Hagar sowohl den Kampf einer kolonisierten als auch einer ehemals kolonisierten Person. Die Autorin verwebt Hagars Geschichte mit derjenigen Saras und Abrahams und entlarvt so den augenscheinlichen Dualismus zwischen denen, die Kolonisierung erleiden und denen, die sie ausüben, als falsch, indem sie das Leiden Saras und Abrahams herausstellt. Sie macht darauf aufmerksam, dass Hagar an ihrem Glauben festhält, obwohl sie und ihre ‘Herren’ den Willen Gottes ganz unterschiedlich verstehen. Sie zeigt auch, wie die Illusion der Macht auf den Unterdrücker zurückfällt und sowohl die Verwundbarkeit des Unterdrückers als auch seine/ihre Abhängigkeit von den Unterdrückten enthüllt.