Murderous Mother, Ditto Daughter? - Herodias and Salome at the Opera
Abstract
Die Geschichte vom Tod Johannes des Täufers (Markus 6:14-20; Matthäus 14:1-12) war ein beliebtes Thema der Kunst, vor allem am Ende des 19. Jahrhunderts. Der folgende Beitrag konzentriert sich auf ihre Rezeption in den Opern von Massenet (Herodiade, 1881) und Strauss (Salome, 1905). Er unternimmt eine vergleichende Lektüre der beiden Opern, wobei das Hauptinteresse den Rollen der Herodias und ihrer Tochter gilt. Darüber hinaus werden im Artikel die zugrunde liegenden Evangelientexte sowie Flauberts Erzählung Herodias analysiert, die Massenets Oper im besonderen als Quelle dienten. Die entsprechenden Erzählungen werden jeweils zunächst zusammenfassend skizziert. Es folgt eine Auswertung der Repräsentation der weiblichen Figuren und ihrer (angeblichen) Verantwortung für den Tod des Täufers.