“On the third day Esther put on her queen’s robes” (Esther 5:1) The Symbolic Function of Clothing in the Book of Esther
Abstract
Kleidung spielt eine wichtige Rolle im Estherbuch. Die Hauptpersonen werden definiert mittels ihrer jeweiligen Bekleidungsweise. Vashti, die zum Trinkgelage des Ahasveros geboten wird, soll das königliche Diadem tragen. Wie steht es mit dem Rest ihres Leibes? Ist sie weiterhin nackt wie die Rabbiner (Esther 3:13-14) annehmen? Das hebräische Wort für Diadem, קטר (kætær), findet man nur im Buch Esther, immer mit der Beifügung „königlich“, מלכות (malkut). Als Esther Königin wird, bekommt sie dieses Diadem auf den Kopf gesetzt.
Als Esther dem König zum ersten Mal begegnet, wird nichts gesagt in Bezug auf ihre Kleidung. Die Bemerkung, dass sie „nichts begehrte als was Hegai, der Kämmerer des Königs ihr riet“ (2:15), betont ihre Machtlosigkeit. Jedoch, als sie sich selbst (!) mit ihrem königlichen Gewand bekleidet, gewinnt sie Macht.
Mardochai meldet sich am Hof in unanständiger Kleidung (4:1), aber am Ende tritt er hinaus (8:15) in königlichem Gewande und mit einer grossen, goldenen Krone: עטרת (atæræt).
Das Traumbild Hamans ist „bekleidet zu sein mit dem Gewande des Königs“ und „zu reiten auf dem Pferde des Königs“ (6:8-9). Ironischerweise muss er diesen Traum an Mardochai erfüllen. Zum Schluss gibt es eine intrigierende Frage: weshalb wünscht Haman sich die קטר מלכות (kætær malkut) (sic!) auf dem Kopf des Pferdes? (6:8). [1]